Wie kann ich meine Angst überwinden?

Jeder Mensch hat manchmal Angst, wer aber seine Angst überwinden lernt, der macht sich offen für neue Erfahrungen und stärkt sein Selbstbewusstsein. Leider ist es trotz dieses Wissens nicht immer einfach, Ängste zu verstehen und sie abzulegen. Denn Angst ist ein elementares Gefühl und kann in der menschlichen Seele leicht die Kontrolle übernehmen. Um Angst hinter sich zu lassen, ist es also wichtig, sie erst zu durchschauen und dann ganz bewusst mit ihr umzugehen.

Angst ist ein Urinstinkt

Angst an sich ist nichts schlechtes. Ganz im Gegenteil, würden wir Menschen keine Angst kennen, wären wir längst ausgestorben. Angst ist der Schutzmechanismus, der uns vor Gefahren fliehen lässt und uns in fremden Situationen davor bewahrt, etwas Unvorsichtiges zu tun. Würden wir keine Angst kennen, würden wir nicht fliehen, wenn Gefahr droht und uns nicht wehren, wenn wir angegriffen werden. Angst ist also ein gesundes Warnsignal, das uns ähnlich wie Schmerz mitteilt: Hier stimmt etwas nicht, in dieser Situation droht mir Gefahr!

Angst überwinden

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Was die Angst im Körper bewirkt

Wenn wir uns erschrecken oder Gefahr wittern, steigt unser Stresshormonpegel sofort rasant an. Das gibt uns die Kraft, blitzschnell Entscheidungen zu treffen und körperliche Leistungen zu vollbringen, die wir uns selbst nie zugetraut hätten. Unser Körper aber lebt immer noch in der Urzeit. Wir sind darauf ausgerichtet, in natürlichen Situationen um unser Leben zu rennen, wenn ein Raubtier uns angreift oder der Blitz einschlägt. Bei solchen Höchstleistungen wird der Adrenalinspiegel wieder abgebaut und durch Endorphine ersetzt. Endorphine werden auch als Glückshormon bezeichnet, und Glück ist auch das Gefühl, das eine überstandene Angst kennzeichnet, wenn wir alles gut überstanden haben.

Wenn die Angst sich selbstständig macht

Heute erleben wir oft angstauslösende Stresssituationen, in denen wir nicht einfach weglaufen können. Wer schon einmal an Prüfungsangst gelitten oder sich vor einem Arzttermin gefürchtet hat, der könnte Urmenschen, die „nur“ weglaufen mussten, direkt beneiden. Oft fehlt uns in unserem Alltag einfach die Möglichkeit, unserem instinktiven Fluchttrieb nachzugeben und so können wir auch die Stresshormone nicht mehr gesund abbauen. Damit der Stresspegel ständiger Angst uns nicht krank machen kann, ist es wichtig zu lernen, wie man sinnvolle Angst von unnötiger Angst unterscheidet, denn nur so kann man Angst überwinden lernen.

Woran erkenne ich eine „unnötige“ Angst?

Angst ist immer dann berechtigt, wenn uns wirklich eine akute Gefahr droht. Manchmal erleben wir aber Ängste, die in diesem Moment gar nicht real sind, sondern die durch eine unbewusste Erinnerung ausgelöst werden. Wer zum Beispiel einmal als Kind ins Wasser gefallen ist, kann auch im hohen Erwachsenenalter noch immer Angst davor haben, Schwimmen zu lernen, selbst, wenn er sich bewusst gar nicht mehr an dieses Erlebnis erinnert. Die Seele hat in so einem Fall Wasser unter „gefährlich“ abgespeichert. Um so eine Angst zu überwinden, muss man sich ihr einfach schrittweise stellen, um die negativen Erfahrungen mit positiven Erfahrungen zu überlagern und so die Angst vergehen zu lassen.

Angst überwinden!

Jeder Mensch kennt Ängste, und wer andere für ihre Ängste verspottet, zeigt damit nur, dass er seine eigenen Ängste nicht akzeptieren kann. Wer seine Ängste überwinden möchte, der sollte sich also als ersten Schritt Freunden anvertrauen, von denen er weiß, dass sie nicht über die Angst urteilen werden. Wer frei über seine Ängste sprechen kann, sieht sie oft schon von ganz allein in einem anderen Licht. Was man vor anderen ausspricht, holt man in die Realität und nimmt ihm damit oft seinen Schrecken. Wer mit seinen Ängsten allein bleibt, wird erfahren, dass sie immer größer werden.

Eine Verhaltenstherapie kann helfen

Manchmal wird eine Angst so stark, dass sie beginnt, das alltägliche Leben zu beeinträchtigen. Man traut sich nicht mehr, das Haus zu verlassen, in den Keller zu gehen oder ähnliches. Dann beginnt die Angst, alles an sich zu reißen und macht ein normales Leben fast unmöglich. Der Grund für so eine tief sitzende Angst kann ein Trauma sein oder eine Erfahrung, die so schmerzhaft war, dass man sie zum eigenen Schutz verdrängt hat. Wer also merkt, dass er von seiner Angst vollkommen beherrscht wird, sollte sich einen erfahrenen Verhaltenstherapeuten suchen, der einen einfühlsam dabei begleitet, neue Erfahrungen zu machen, die die negative Erfahrung langsam überdecken. Mit kompetenter Hilfe kann jeder Angst überwinden und wieder ein befreites Leben führen

 


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